Gesundheit
Gesundheit
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Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die älter als neun Monate sind und innerhalb von zehn Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiet sowie aus Panama einreisen, sofern sie nicht im Besitz einer ärztlichen Bescheinigung sind, die bestätigt, dass eine Kontraindikation vorliegt. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben.
Impfschutz gegen Gelbfieber wird Besuchern von erhöhten Risikogebieten empfohlen: Magdalena, Cesa, La Guyjira, Atlantico, Santander und Norte de Santander sowie die Touristenparks in Tairona, Sierra Nevada de Santa Marta, Isla Salamanca, Santuarios de Fauna, Flora Cienaga Grande de Santa Marta und Los Flamenco. Impfschutz wird beim Besuch in jedem Gelbfiebergebiet von Brasilien angeraten. Zu diesen zählen die Staaten Amap, Amazonas, Gois, Maranho, Mato Grosso do Sul, Roraima, Par, Rondnia, Tocantis und bestimmte Regionen von Minas Gerais, Parana und Sao Paulo sowie im Dreiländerdreieck im Grenzgebiet zu Paraguay und in den angrenzenden argentinischen Provinzen entlang des Uruguay.
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Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist für die Einreise nicht erforderlich, das Risiko einer Infektion besteht jedoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen. Die Infektionsgebiete liegen in den Staaten Alagoas, Bahia, Paraba, Pernambuco und Sergipe.
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Typhus kommt vor. Eine Impfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen.
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Die weniger gefährliche Malaria-Art Plasmodium vivax und die gefährlichere Form Plasmodium falciparum herrschen vor. Es gibt weitaus mehr Infizierungen mit Plasmodium vivax als mit Plasmodium falciparum. Die weniger häufig vorkommende Form Plasmodium falciparum ist gegen Chloroquin- und Sulfadoxin/Pyrimethamin äußerst resistent. Empfohlen wird der Impfstoff Mefloquine. Malariaschutz ist ganzjährig erforderlich in den meisten bewaldeten Gebieten unter 900 m, in einigen ländlichen Gegenden der Bundesstaaten Acre (in den Tallagen und entlang des Highways zwischen Tarauac und Cruzeiro), Amap (im Norden und im Jari-Tal), Amazonas, Maranho (der westliche Teil), Mato Grosso (der nördliche Teil), Par (außer Belm-Stadt), Rondnia (im Norden und Nordwesten), Roraima (im Westen) und Tocantins (vor allem nördliche und zentrale Araguaia-Region und in einigen südlichen Bezirken) sowie am Stadtrand von Boa Vista, Macap, Manaus, Maraba, Prto Velho, Rio Branco und Santarm. In den Amazonasgebieten sowie in den Bergbau- und Agrargebieten und in den Provinzen Amap, Rondonia und Roraima besteht ein hohes Malariarisiko.
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Wasser sollte vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser weiterverarbeiten. Einheimische Milchprodukte außerhalb der Städte vermeiden. Fleisch- oder Fischgerichte sollten nur gut durchgekocht und heiß serviert gegessen werden. Den Genuss von Schweinefleisch, Mayonnaise und Salat am besten vermeiden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.
Vorsichtsmaßnahmen
Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen vor. Herdförmiges Vorkommen im Norden und Osten, im Mato Grosso und Amazonasbecken. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.
Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt vor allem im Nordosten (Recife), im Bundesstaat Rio de Janeiro und am Dreiländereck im Gebiet von Foz de Iguazu in den Sommermonaten (November bis April) vor. In der Küstenregion besteht ein mittleres Infektionsrisiko. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.
Landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Ein Insektenschutz reduziert die Übertragungsgefahr.
Empfohlener Impfschutz gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über einem Monat auch Hepatitis B. Vorkommen von Hepatitis B vor allem im Amazonasbecken.
HIV/Aids ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.
Leishmaniose kommt landesweit, besonders aber im Nordosten, in der Küstenregion, in Mato Grosso do Sul und im Westen Sa Paulos vor. Auch hier empfiehlt sich ein Insektenschutz.
Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis kommen vor allem in den Slums der östlichen Großstädte vor. Um sich zu schützen, sollte man sich impfen lassen und große Menschenansammlungen meiden.
Fälle der Pest sind vereinzelt im Nordosten in Bahia und Paraiba aufgetreten. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflich in Pestgebieten Tätigen empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.
Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Gesundheitsvorsorge
Die medizinische Versorgung im Lande ist, soweit es sich um die größeren Städte handelt, mit der in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande jedoch vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Deutsch-, französisch- oder englischsprachige Ärzte sind in allen größeren Städten zu finden. Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung. Das Hauptkrankenhaus in So Paulo ist das Hospital das Clinicas. Die Kosten der medizinischen Behandlungen sind hoch, der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen.
Gesundheitstest/HIV-Test
Für eine Arbeitserlaubnis sind ein Gesundheitszeugnis sowie ein negativer HIV-Test in deutscher und portugiesischer Sprache erforderlich.