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» Wirtschaftsprofil Indien

Wirtschaftsprofil

Wirtschaft

Zu Beginn der 90er Jahre, im Nachgang an eine tiefgreifende Finanzkrise, hat sich die Regierung Indiens intensiv für die Öffnung der Wirtschaft eingesetzt und tiefgreifende Reformprozesse eingeleitet. Diese bescherten Indiens Wirtschaft bereits Mitte der 90er Jahren hohe Wachstumszahlen von 7-9% und begünstigten inländische und ausländische Investitionen. Trotz Regierungskrise und Kaschmir-Konflikt zeigt die indische Wirtschaft auch heute äußerst positive Tendenzen. Während sich diese eindrücklichen Erfolge gegen Ende der 90er Jahre - mangels weiterführenden Strukturreformen vorerst nicht mehr wiederholen ließen, zählt Indien im Jahr 2004, mit seinem Bruttosizialprodukt (BSP) von 654 Mrd. US$, zum zwölftgrößten Wirtschaftsraum der Welt (kaufkraftbereinigt sogar zum viertgrößten) und stellt mit einem hohen Wachstum von 6,4% wieder eine am stärksten wachsende Wirtschaft dar.

Im Allgemeinen ist eine deutliche Verschiebung vom primären auf den sekundären und tertiären Sektor zu beobachten. In Indien trug im Jahr 2004 die Landwirtschaft zu 24% zum BSP bei, die Industrie zu 22% und der am schnellsten wachsende Dienstleistungssektor zu 54% . Von Seite der indischen Statistiken werden 402.5 Mio. Menschen zur aktiven Arbeitsbevölkerung gezählt. Der Anteil von staatlichen Betrieben ist hoch und beträgt rund einen Drittel. Trotz ihrer Öffnung in den letzten Jahren bleibt die indische Wirtschaft weiterhin stark binnenorientiert. Der Anteil des Außenhandels am BSP ist dennoch auf über 25% gestiegen, was für Indien beachtlich ist und einer Verdoppelung seit den 80er Jahren entspricht. Die Handelsbilanz ist weiterhin negativ und betrug 2003/04 -13,36 Mrd. US$ (in 2002/03 noch -7,45 Mrd. US$). Die indische Exportwirtschaft verzeichnete Zuwachsraten von etwas mehr als 17%, die Importe stiegen um 22,8%.

Die Regierung Indiens verfolgt die Vision, mit Hilfe hoher Wachstumsraten der Wirtschaft die Armut im Land erfolgreich bekämpfen zu können und Indien bis ins Jahr 2020 in ein developed country transformieren zu können . Dieses hochgesteckte Ziel ist - neben anderen - gekoppelt mit den großen Herausforderungen, welche sich Indiens Politik und Wirtschaft im nationalen und internationalen Wettbewerb - unter anderem mit China - stellen muss. Im Rahmen des Budgets 2003-2004 kündigte die Regierung die Weiterführung von Strukturreformen und Liberalisierungen an (z.B. Einführung der VAT, zusätzliche Reduktion von Industriegütern auf der Small Scale Liste, Reduktion von Importzöllen auf max 25% etc.), Steuerreduktionen oder auch eine höhere Investitionstätigkeit im Infrastrukturbereich. Andere Bereiche wie die Revision des Arbeitsgesetzes zeigen sich im wirtschaftspolitischen Meinungsbildungsprozess für die größte Demokratie der Welt als schwierig.

Obwohl die indische Wirtschaft in Teilbereichen, wie der Informationstechnologie oder der Pharmazie, und die indische Forschung, etwa in Raumfahrt oder Biotechnologie, in die internationale Spitzenklasse aufgestiegen ist, hat das allgemein gute Wirtschaftswachstum der vergangenen dreizehn Jahre das Land nicht aus der Gruppe der Entwicklungsländer herausgebracht.

Die dualistische indische Wirtschaftsstruktur besteht zum einen aus einer wachsenden Mittelschicht von mehr als 70 Mio. Einwohnern mit ansehnlicher Kaufkraft und zum anderen aus der Mehrheit der Bevölkerung, insbesondere der Landbevölkerung, die am Wirtschaftsgeschehen kaum teilnimmt. Ein Viertel der über eine Milliarde Menschen in Indien lebte im Haushaltsjahr 2003/2004 unterhalb der Armutsgrenze. 1993/1994 lag der Anteil jedoch noch bei 36%.

Geschäftsverkehr

Englisch ist als Geschäftssprache weit verbreitet. Es gibt viele englischsprachige Dolmetscher und Übersetzungsbüros. Indische Geschäftsleute sind Besuchern gegenüber äußerst gastfreundlich. Es ist üblich, Visitenkarten auszutauschen; die Visitenkarte sollte dem indischen Geschäftspartner mit beiden Händen überreicht werden. Die besten Monate für Geschäftsreisen sind von Oktober bis März, Unterkunft sollte im Voraus gebucht werden. Geschäftszeiten: Mo-Fr 09.30-17.00 Uhr und Sa 09.30-13.00 Uhr.

Kontaktadressen

Indo-German Chamber of Commerce

Postanschrift: PO Box 11092, IN-Mumbai 400 020

Straßenadresse: Maker Tower 'E', 1st floor, Cuffe Parade, IN-Mumbai 400 005

Tel: (022) 56 65 21 21. Fax: (022) 56 65 21 20.

E-Mail: bombay@indo-german.com

Internet: www.indo-german.com



Schweizerisch-Indische Handelskammer

c/o OSEC Business Network Switzerland,

Postfach 346, CH-8035 Zürich

Tel: (01) 365 55 05. Fax: (01) 363 20 53.

E-Mail: sicc@osec.ch

Internet: www.sicc.ch



Ministry of External Affairs

South Block, IN-New Delhi 110 011

Tel: (11) 23 01 23 18. Fax: (11) 23 79 30 62.



Associated Chambers of Commerce and Industry of India (ASSOCHAM)

Corporate House, 147 B Gautam Nagar Gulmohar Enclave, IN-New Delhi 110 048

Tel.: (11) 26 51 24 77. Fax: (11) 26 51 21 54.

E-Mail: assocham@nic.in

Internet: www.assocham.org



Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry (FICCI)

Federation House, 1 Tansen Marg, IN-New Delhi 110001

Tel: (11) 23 73 87 60 70. Fax: (11) 23 32 07 14.

E-Mail: ficci@ficci.com

Internet: www.ficci.com

Konferenzen/Tagungen

Die wichtigsten Kongress- und Ausstellungszentren liegen in New Delhi, Mumbai, Kalkutta, Chennai, Srinagar, Agra, Jaipur, Udaipur, Varanasi, Bhubaneswar, Hyderabad, Bangalore und Panaji. Zusätzlich findet man vielerorts erstklassige Hotels und Vortragssäle, die für Tagungen und Konferenzen zur Verfügung stehen. Air India, Indian Airlines, führende Hoteliers und Reiseagenturen sind Mitglieder der International Congress and Conference Association (ICCA) und bieten in enger Zusammenarbeit einen erstklassigen Service für internationale Konferenzen an. Eventuell gewünschte Besichtigungsfahrten vor oder nach Tagungen werden ebenfalls organisiert. Eine hilfreiche Broschüre mit Informationen zu Konferenzeinrichtungen ist von GITO (s. Adressen) erhältlich.

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