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Wirtschaftsprofil

Wirtschaft

Historisch betrachtet war Litauen das am wenigsten entwickelte Land im Baltikum. Es gab vergleichsweise wenig Industrie und die Abhängigkeit des Landes von der Landwirtschaft war deutlich größer. Heute hat sich die wirtschaftliche Lage sehr geändert. Litauen verzeichnete im Jahr 2003 mit einem Anstieg von 9,0 % das höchste Wirtschaftswachstum in den drei baltischen Staaten und wies 2004 mit 6,7% Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eine der höchsten Steigerungsraten in Europa auf. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen liegt der durchschnittliche Lebensstandard in Litauen bei lediglich ca. 42% des EU-Durchschnitts.

Der Anteil des Agrarsektors liegt bei rund 6%, der Industrie bei über 31% und des Dienstleistungssektors bei rund 63% (Stand: 2003). Die Landwirtschaft die mit etwa 6% einen vergleichsweise großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt hat, beschäftigt heute noch ca. 17% der Erwerbstätigen.Getreide und Kartoffeln sind die Haupterzeugnisse, Milch- und Viehwirtschaft werden ebenfalls betrieben. Die Fischerei ist ebenfalls von Bedeutung.

Die wichtigsten Industriezweige sind der Maschinenbau, die Lebensmittelindustrie und die Herstellung von elektrischen, elektronischen und optischen Geräten.

Litauen verfügt über keinerlei Rohstoffe und muss alle Brenn- und Kraftstoffe importieren. Anfang 1992 wurde eine Vereinbarung mit der Russischen Föderation über den Austausch wichtiger Güter getroffen. Inzwischen weigert sich die Russische Föderation jedoch, weiterhin Erdöl unter dem Weltmarktpreis an Litauen abzugeben.

Zurzeit ist Litauen bemüht, über eine so genannte "Strombrücke" nach Polen Anschluss an das westeuropäische Stromnetz zu erhalten. Im Zuge des Beitritts zur EU wurde Anfang 2005 der erste Reaktorblock des Kernkraftwerks Ignalina stillgelegt. Ignalina lieferte bis dahin fast 80% des gesamten Stromverbrauchs des Landes. Der zweite Block wird 2009 abgeschaltet. Im Gegenzug stellt die EU erhebliche finanzielle Mittel für die Schließung von Ignalina zur Verfügung.

Wie bei allen ehemaligen Ostblockstaaten brachte die Umstellung von der Planwirtschaft auf ein marktwirtschaftliches System große Probleme mit sich. Chronischer Devisenmangel erschwerte den Erwerb dringend benötigter Maschinen und die Umstellung auf moderne Technologien. Heute sind die Privatisierungen zum größten Teil abgeschlossen.

Die Handelsbilanz Litauens ist, wie die anderer Transformationsländer auch, defizitär. Im ersten Halbjahr 2004 wurden Güter im Wert von 3,34 Mrd. € exportiert, was eine Steigerung um ca. 11% bedeutete. Im selben Zeitraum wurden Güter im Wert von ca. 4,5 Mrd. € importiert (plus 13%). Hauptexportgüter sind Mineralölprodukte, Textilien sowie Transportmittel (Reexport von Gebrauchtwagen, insbesondere nach Russland). Hauptexportpartner im ersten Halbjahr 2004 waren Deutschland (10,3%), die Schweiz (9,8%, v. a. in der Raffinerie Mazeikiu Nafta veredelte Mineralölprodukte), Lettland (9,1%) und Russland (8,5%).

Die litauische Währung, Litas (LTL), ist seit Februar 2002 an den Euro gebunden. Die Einführung des Euro ist für das Jahr 2007 vorgesehen.

Am 1. Mai 2004 trat Litauen der Europäischen Union (EU) als Mitglied bei.

Geschäftsverkehr

Bei geschäftlichen Treffen geht es recht formell zu, und auf eine gepflegte Erscheinung wird großen Wert gelegt. Deutsch und Englisch sind als Geschäftssprachen gebräuchlich. Geschäftszeiten: Mo-Fr 09.00-13.00 und 14.00-18.00 Uhr.

Kontaktadressen

Bundesverband der Deutschen Industrie

Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Breite Straße 29, D-10178 Berlin

Tel: (030) 20 28 14 52. Fax: (030) 20 28 24 52.

E-Mail: ost-ausschuss@bdi-online.de

Internet: www.ostausschuss.de



Delegation der deutschen Wirtschaft in Litauen

Algirdo Str. 3, LT-03219 Vilnius

Tel: (05) 213 11 22. Fax: (05) 213 10 13.

E-Mail: info.lt@ahk-balt.org

Internet: www.ahk-balt.org



Wirtschaftskammer Österreich

Osteuropareferat

Stubenring 8-10, A-1010 Wien

Tel: (01) 514 50.

E-Mail: postbox@wkw.at

Internet: http://portal.wko.at



Swiss Baltic Chamber of Commerce (SBCC)

Gostauto 12A, LT-01108 Vilnius

Tel: (05) 268 38 60. Fax: (05) 268 38 40.

E-Mail: sbcc.vilnius@gmx.net

Internet: www.sbcc-chamber.com



Association of Lithuanian Chambers of Commerce and Industry

J.Tumo-Vaizganto 9/1-63a, LT-01108 Vilnius

Tel: (02) 61 21 02. Fax: (02) 61 21 12.

E-Mail: info@chambers.lt

Internet: www.chambers.lt



European Committee of the Government of the Republic of Lithuania

Gedimino ave. 11, LT-01103 Vilnius

Tel: (02) 66 38 27. Fax: (02) 66 37 45.

E-Mail: euro@lrvk.lt

Internet: www.euro.lt

Konferenzen/Tagungen

Einige Hotels in Vilnius bieten Konferenzeinrichtungen und Planungshilfen für Konferenzen und Kongresse. In der Nachsaison können Tagungen auch in einigen Ferienzentren in Palanga durchgeführt werden. Informationen erteilt LITEXPO, Laisves ave. 5, LT-04215 Vilnius (Tel: (02) 45 45 00. Fax: (02) 45 45 11. E-Mail: info@litexpo.lt; Internet: www.litexpo.lt).

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