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Reise- und Sicherheitsinformationen
Reise- und Sicherheitsinformationen
Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 13.03.2006
In Nigeria können überall jederzeit gewaltsame lokale und regionale, zum Teil auch religiös-ethnisch motivierte Konflikte aufflammen. Auch besteht eine erhöhte Gefahr schwerer Gewaltkriminalität (vor allem in städtischen Ballungsgebieten wie Abuja und Lagos sowie in den ölreichen Bundesstaaten des Nigerdeltas). In den Ölfördergebieten in der Region des Niger Deltas, das die nigerianischen Bundesstaaten "Delta State", "Bayelsa State", Rivers State und "Akwa Ibom State" umfasst, kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen paramilitärisch organisierten Banden untereinander und mit den Sicherheitskräften mit etlichen Todesopfern. Insbesondere in der Ölstadt Port Harcourt kommt es immer wieder zu Schusswechseln verschiedener Gruppen untereinander bzw. mit der Polizei mit zahlreichen Todesopfern. In Delta State besteht von 18.00 Uhr bis 06.00 Uhr eine Ausgangssperre. Seit Beginn des Jahres 2006 ist es im Niger Delta verstärkt zu bewaffneten Angriffen auf Einrichtungen ausländischer Ölgesellschaften sowie zu Entführungen westlicher Ausländer gekommen. Es besteht eine ernstzunehmende Drohung gegen im Niger Delta aufhältige westliche Ausländer, nach welcher diese als Feinde und aus diesem Grunde als legitime Ziele betrachtet werden. Von Reisen in die genannten vier nigerianischen Bundesstaaten, insbesondere aber in die Region Warri (Delta State) und Umgebung, sowie auch Bayelsa State, wird daher nicht zuletzt angesichts der hohen Gefahr von Geiselnahmen unbedingt abgeraten. In gleicher Weise wird wegen der Möglichkeit gewaltsamer Auseinandersetzungen auch von Reisen auf die Bakassi Halbinsel und in das Ogoni Gebiet östlich von Port Harcourt unbedingt abgeraten. Im ganzen Land kann es kurzfristig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen aus wirtschaftlichen, politischen und ethnisch/religiösen Gründen kommen: Im nördlichen Bundesstaat Jigawa gab es im Februar 2005 blutige Zusammenstöße zwischen örtlichen Ackerbauern und nomadisierenden Viehzüchtern. Im südwestlichen Bundesstaat Oyo wurden im Zusammenhang mit der Absetzung eines Gouverneurs im Januar 2006 zahlreiche Menschen getötet. Meist sind diese Auseinandersetzungen von nur kurzer Dauer (wenige Tage) und örtlich begrenzt (meist nur einzelne Orte, in größeren Städten nur einzelne Stadtteile, nie ganze Bundesstaaten). Deshalb sollte stets vor Reisen außerhalb von Abuja und Lagos die tagesaktuelle Sicherheitslage erfragt werden. Autofahrten sollten nur mit ortskundigen und zuverlässigen, möglichst persönlich bekannten und einheimischen Personen durchgeführt werden, vorzugsweise im Konvoi. Fahrten bei Dunkelheit sollten in jedem Fall vermieden werden. Reifenpannen können von Straßenräubern hervorgerufen sein. Im Zweifel trotz Reifenpanne weiterfahren, um einem möglichen Überfall zu entgehen. Von Busreisen im Lande ist abzuraten. Reisebusse können besonders bei Dunkelheit in schwere Unfälle verwickelt oder von bewaffneten Banden überfallen werden.